Exoten im lokalen Kontext: Zirkustier, Heimtier, mediales Tier
samedi, 9. février
10:30 jusqu'à 13:00 heures
Salle 3118
Dem Raum wird in den Diskussionen der Kulturwissenschaften seit einiger Zeit grosse Bedeutung zugemessen. Lokal und Global, Nähe und Ferne werden als Untersuchungskategorien herbeigezogen und der Verflechtungsraum wird analysiert. Die Verflechtungsgeschichte wurde etwa zur Untersuchung multikultureller Städte herbeigezogen um zu verdeutlichen, dass es in der räumlichen Nähe zu Aushandlungsprozessen, zu Angleichungen und Abgrenzungen auf engstem Raum kommt. Dabei weitgehend unbeachtet und unbetrachtet blieben die Verflechtungen von Mensch und Tier, dies obwohl gerade vormoderne Gesellschaften durch ein enges Zusammenleben von Tieren und Menschen in allen Kontexten geprägt sind. Eine Zusammenführung von Raum– und Tiergeschichte bringt nun die sozialgeographische Dimension der gemeinsamen und gesonderten Räume, die Menschen und Tiere innerhalb bestimmter sozialer Strukturen einnehmen, hervor. Dabei wird deutlich, dass sich gerade am Beispiel der Tiere zeigen lässt, wie Globales und Lokales verknüpft wird. So werden etwa exotische Tiere zu Wahrzeichen europäischer Städte, importierte Tiere zu lokalen Helden in Zoo und Zirkus und Jagdtrophäen aus Afrika schmücken das heimische deutsche Wohnzimmer. „Typisch“ regionale Tiere waren als (Herrscher)Geschenke beliebt oder wurden als Kulturgut exportiert. Solche Migrationen von Tieren, wie etwa der Import von Rindern durch europäische Siedler in die „Neue Welt“ hatten erheblichen Einfluss auf das lokale, natürliche Habitat.













