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Lokale Katholizismen in globaler Perspektive: Vermittlungsleistungen tridentinischer Mission in Gesellschaften Asiens und Europas

jeudi, 7. février
10:30 jusqu'à 13:00 heures
Salle 3026

„Unsere Indianer“ nannten die Jesuiten jene Bevölkerungsteile auf dem europäischen Kontinent, die sie im Zuge der tridentinischen Erneuerung als besonders missionierungswürdig einstuften. Diese Metapher verweist auf den Umstand, dass sich in der Frühen Neuzeit Missionare der Äusseren und Inneren Mission in mancher Hinsicht mit strukturell ähnlichen Problemen konfrontiert sahen: Es galt, die universellen Glaubenssätze der nachtridentinischen Konfessionskirche in eine lokale Gesellschaft hineinzutragen, deren Religiosität nicht nur in Übersee oft als fremd wahrgenommen wurde. Die Eigenlogiken der missionierten Gesellschaften brachten sowohl in Europa als auch in Asien verschiedene Formen lokaler Katholizismen hervor, die aber gleichzeitig in den globalen Kontext der Universalkirche eingebunden waren. Das Panel lotet die Zusammenhänge zwischen Äusserer und Innerer Mission anhand von Fallbeispielen aus, welche die kulturellen und religiösen Vermittlungsleistungen zwischen den Missionaren und den zu missionierenden Gesellschaften in den Blick nehmen. Gefragt wird dabei insbesondere nach dem Spannungsfeld von universellen Ansprüchen der römischen Konfessionskirche und Erfordernissen vor Ort, welche den Handlungsspielraum der einzelnen Missionare weitgehend bestimmten. Es soll gezeigt werden, wie die Missionare durch Berücksichtigung lokaler Glaubensvorstellungen und durch die moderate Förderung oder die Umwandlung vorgefundener religiöser Praktiken sowohl innerhalb wie ausserhalb Europas zur Entstehung von zwar lokal verankerten, aber in grössere translokale oder gar globale Kommunikationszusammenhänge eingebetteten Katholizismen nachtridentinischer Prägung beitrugen. Schliesslich soll danach gefragt werden, inwiefern die Vielfalt lokaler Formen von Kirchlichkeit auf die Universalkirche zurückwirkte.

Responsabilité

Intervenantes

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